Schreibungen und Kausalität Hier wird zum Wort "Schreibung" eine sehr weite und eher extensionale Definition gegeben. Dennoch soll die Definition streng sein, zudem in einer Ebene, die völlig unabhängig von einer oder mehreren Sachebenen ist. So bedarf es keiner Ebene, die beschrieben wird. Dennoch sind andere Ebenen im Text von Zeit zu Zeit ungenau als vorhanden zu denken. Es interessiert nur die Kausalität in dieser Ebene der Schreibung oder der Schreibungen, nur beiläufig aus didaktischen Gründen kann sie wischen der Ebene der Schreibung und einer eventuellen Sachebene vorkommend gedacht werden. Das Wort "Schreibung" ist in der Gemeinsprache belegt, allerdings eher in der Einzahl, wenn es um die Art und Weise geht, wie ein Wort oder eine Wortgruppe geschrieben wird, wenn es also um die Schreibweise geht. Es wird hier das Wortteil "Schreibung" aus dem üblichen Wort "Beschreibung" entnommen, also nur die Silbe "Be" wird entnommen. Mit einer Beschreibung soll eine Sache gedacht werden, zu der etwas geschrieben wird. Wenn also die Silbe "Be" fehlt, kann ganz leicht so gedacht werden, dass eine zu beschreibende Sache dann fehlt oder unbestimmt ist, ob es sie gibt. So gesehen ist Schreibung ein ziemlich "freies" oder unbelastetes Wort. Mit der "Neubedeutung" kommt es sehr selten vor. Schreibung, extensional definiert, kann alles Mögliche sein, das geschrieben steht. Aus didaktischen Gründen kann mit den einfachen Sachen begonnen werden, die geschrieben werden können, etwa ein Punkt, ein Strich, ein Buchstabe, ein Text, eine Rechnung ohne Bezug auf externen Zahlen, ein Roman usw. All das kann aus einer Person heraus entstehen, obwohl es keine Beschreibung einer Sache sein muss, welche die Person erlebt hat. Und wenn, dann kann vorerst davon abgesehen werden, ob es eine Beschreibung ist. Es kommt auch nicht auf das Wort "Schreibung" oder "Beschreibung" an, es werden jedoch als Vaihingerfiktion zwei Ebenen gedacht, und zwar diejenige der Schreibung, und diejenige der Sache oder Sachen. Beide werden zuerst unabhängig von einander gedacht. Am Anfang schleicht sich die Frage ein, ob zwischen beiden Kausalität vorliegt, also ob die Schreibung zeitlich vor der Sache ist oder gar umgekehrt, mit einem kausalen Link zwischen dem Ganzen der Schreibung und dem Ganzen der Sache, oder zwischen Teilen von ihnen. Diese Frage wird aus didaktischen Gründen hier weggelassen. Auch Noten und Musikstücke können geschrieben werden, so gesehen sind auch sie Schreibungen. Auch sie sind von vornherein keine Beschreibungen, und wenn, dann kann davon abgesehen werden. Analog dazu können schon Bauten als Schreibungen vorzusehen. Das Wort "Drucker" wurde für mehrdimensionale Drucker übernommen, die einen drucken oder schreiben, die anderen bauen. In der Folge kann alles, was getrennt von Sachen aufgeschrieben steht, von vornherein als Schreibung angesehen werden, im Nachhinein eventuell als Beschreibung oder teilweise Beschreibung. Dass Schreibungen mit Regeln erfolgen oder nicht, davon muss vorerst abgesehen werden. Auch darf anfänglich nicht gedacht werden, dass etwas kopiert wurde. Denn hier geht es einzig und allein um die Frage, wie eine Schreibung wirken kann. Denn das ist in der Überschrift angesagt. Beispielfragen, die sich stellen, sind etwa Wie
wirkte dieses Buch in der Geschichte? Eine vorläufige Antwort auf die letzte Frage ist, dass das Geschriebene da ist, bevor die Bedeutungen überhaupt gedacht werden können. Das Geschriebene und das Gebaute, die Wege, die Hindernisse, all das muss zuerst gelernt werden. Ein Lebewesen mag zuerst versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, lernen, dass es Hindernisse gibt, die umgangen werden können, und dass es in den unterirdischen Bau nur bestimmte Zugänge gibt. So gedacht kann das Geschriebene einerseits ein Hindernis sein, andererseits das Gegenteil davon, also ein Ausweg, Zuweg, Weg. Ein Geschriebenes kann auch als Ausgangspunkt genommen werden. Rückwärts in der Kausalität in Bezug auf ein Wort wird mit dem Zugang "Etymologie" gedacht, wann, wie und wo das Wort zuerst vorkam, und seine nachträglichen Änderungen. Hier geht es jedoch nicht nur um Wörter. Das Denken mit Schreibungen und Kausalität geht oft mit der Vaihingerfiktion einher, dass eine Sache sich bewegt, die auf eine feste trifft. Beim Zusammentreffen können beide aufeinander wirken, es sei denn eine der Sachen ist etwa so, dass sie viel stärker als die andere ist, und sie übergeht. Das Denken einer "formalen Ursache" greift zu kurz oder mangelhaft auf das, was vor dem Geschriebenen war. Dass als Unterlage für eine Schreibung immer eine Materie vorliegt, ist anzunehmen, auch wenn die geformte Materie noch so klein ist. Dass sie aber ohne Materie vorliegen könnte, ist eine unbegründete Annahme. Demnach können "formale Sachen" und "Geschriebenes" ohne Widerspruch gedacht werden, die Betonung darf aber nicht auf einer "Form" oder einer bestimmten Form liegen, unabhängig von ihrer Unterlage. Die Sache muss sich schließlich als solche vor der anderen Sache, etwa der Person, zur Geltung bringen. Wichtig zu bemerken ist, dass Aristoteles und seine Vorgänger das Kausaldenken korrekt in Teilen dachten, Aristoteles setzte nur einen vierten zu denkenden Teil dazu. Die Funktionalisten setzen sich über die Aufteilung hinweg. Die Informationisten und die Mathematiker denken die Schreibungen getrennt von den Sachen, was korrekt im Sinne von "Schreibung" ist, jedoch nicht, wenn ist das Wegdenken einer materiellen Unterlage eine "negative" oder "neglektive" Vaihingerfiktion. Sie übergehen das genannte Problem, dass ihre Schreibungen eine Unterlage brauchen, und sei die Unterlage auch nur in ihnen vorhanden. Kommentar Bisher ging es hier nur mit der Vaihingerfiktion der Eigenständigkeit der Schreibungen, zudem, dass sie einer Unterlage bedürfen, die fiktiv am besten als materiell gedacht wird, denn als Substanz allgemein. Implizit, weil auch schon von Beschreibungen gesprochen wurde, kann es eine zweite Ebene geben, die eben beschrieben wird, oder eine Ebene, auf welche die Schreibung wirkt. Ab hier wird diese eingeführt. Obwohl die Schreibungen hier zwar getrennt von den anderen Sachen der gegenseitigen Ebene gedacht werden, werden sie nicht ohne die "materielle" Unterlage gedacht. Wenn die Unterlage verschwindet, verschwindet gleichzeitig die Schreibung. Etwa der Eiffelturm als Schreibung. Sollte er irgendwann nicht mehr bestehen, kann er dennoch in Aufzeichnungen oder Plänen oder in der Erinnerung von Personen bleiben, spricht nicht dagegen. Diese Schreibungen zusätzlich zum "materiellen Eiffelturm" können neben diesem parallel bestehen, wobei sie unabhängig von den anderen gedacht werden können. Auch wenn ein Nachbau statt finden würde, wäre das Original dennoch verschwunden. Denn die Schreibung hatte ihre Vorsachen, eine neue Schreibung hätte andere. Die Atome bei Demokrit hatten andere Vorsachen als in der Zeit des Lavoisier. Demokrit erzeugte ein Geschriebenes mit Atomen. Erst viel später konnten Atome als vorhanden gedacht werden, das Geschriebene wurde zum Beschriebenen. Viele weitere Sachen kamen erst als Schreibung vor, dann als Beschreibung, etwa "Die Erde als Scheibe/Kugel", "Die Erde als fest/sich drehend", "Die Erde oder die Sonne im Zentrum". Schreibungen wie auch Beschreibungen können bekämpft werden, sogar erfolgreich. Analog zum Wort Schreibung gibt es das bekannte Wort "Zeichnung". Niemand würde von vornherein denken, dass eine Zeichnung eine Bezeichnung sein muss. Diese Gegenüberstellung verwirrt. Dennoch müsste eine Bezeichnung so wie eine Beschreibung vernünftigerweise eine Sache als Gegenstück haben, nur passt dies der Gemeinsprache nicht. Hier soll dazu nicht gestritten werden, dennoch kann genauso für eine Zeichnung wie für eine Schreibung ein Stift gebraucht werden, oder ein anderes Handgerät. Demnach kann eine Zeichnung als eine Schreibung gedacht werden. Hier würde also das Wort Schreibung eine "Neubedeutung" bekommen, allerdings ist keineswegs von vornherein eine Beschreibung zu denken. Nun ist bekannt, dass bei einem anderen üblichen Wort, das gleich kommentiert wird, immer eine Sache gedacht werden soll. Dem muss wegen Obigem entgegen getreten werden. Es ist das Wort "Zeichen". Ein Zeichen in der Gemeinsprache soll immer ein Bezeichnetes zu denken geben: "Ein Zeichen ist im weitesten Sinne etwas, das auf etwas anderes hindeutet, etwas bezeichnet." Naiv gedacht wäre ein Zeichen eine kleine Zeichnung, eine hinterlassene Spur. Von vornherein ist nichts da, was bezeichnet wird. Eine Spur wird normalerweise kausal gedacht, es war etwas da, was nicht unbemerkt durch die Gegend lief. Mit der Gemeinsprache soll derjenige, der das Wort "Zeichen" hört oder ein Zeichen sieht, synchronistisch denken, und nicht diachronisch, also nicht in der Zeit. Er soll implizit denken: Da ist etwas, und ich soll das denken, was dieses Zeichen bedeutet. Wer so denkt, sieht davon ab, dass das Zeichen in dem Fall auf ihn wirkte. Das macht sein Denken halb. Oder es kann gesagt werden, dass er nicht bei der Sache bleibt, sondern etwas hinzu denkt, das nicht unbedingt daran vorliegt. Wenn er einen Note hört, oder einen Knall, dann denkt er schließlich auch nicht, das wäre ein Knall für etwas. Der obigen Satz umgeformt ergibt den verwirrenden Satz: "Ein Knall ist im weitesten Sinne etwas, das auf etwas anderes hindeutet, etwas beknallt." Warum wird dieser Satz hier als irre angesehen und der obige Satz mit dem Wort Zeichen als "normal"? Was kann hier schon geschrieben werden? 1. Ein Geschriebenes wirkt, unabhängig davon, ob es ein Beschriebenes dazu gibt oder nicht. Auch unabhängig davon, ob es vernünftig ist oder nicht, also unabhängig von allen Eigenschaften, die es zusätzlich haben kann. In seiner einfachsten Form ist das Geschriebene wie ein Weg, der die Richtung im Dickicht bestimmt. Wäre der Weg nicht vorhanden, und rundherum kein Dickicht, wäre die Person frei, zu gehen wohin sie wollte. Wenn das Geschriebene nicht da gewesen wäre, wäre alles anders gelaufen. Dies entspricht der kontrafaktischen Annahme der Kausalität. 2. Ein Geschriebenes wirkt, unabhängig davon, was vorher dazu gedacht wurde. Auch wenn ein von einem Künstler hergestelltes Bild bei vielen Personen irgendwas bewirkt, ist es nicht dasselbe, das später oder bei anderen Personen bewirkt wird. 3. Demnach hat das, was in der Gemeinsprache mit den Wörtern "Bedeutung", "Interpretation" gedacht werden soll, nichts mit dem Geschriebenen selbst zu tun. Deswegen sind folgende Zeitgeschichten getrennt voneinander zu denken: Geschichte
des Geschriebenen, Dennoch kann hier eingeworfen werden, dass es nur die Geschichte des Geschriebenen gibt, wenn die anderen Geschichten, wenn ihre Sachen aufgeschrieben werden, auch zum Geschriebenen gehören. Dann würde das mündlich Überlieferte in den Hintergrund gedrängt werden mit dessen Aufgeschriebenen, also Geschriebenen. Ob für die verschiedenen Geschichten eine Wissenschaft vorliegt, spielt hier keine Rolle. Dennoch gibt es Wörter, die den Anspruch erheben, mehrere Ebenen kombiniert zu denken, etwa diejenige mit dem Wort "Semantik". Zudem wird dort überwiegend von der Zeit abgesehen, und somit von der Kausalität, die sowohl synchronistisches als auch diachronistisches Denken erfordert. Es kann sein, dass mit diesem und anderen Wörtern auf der Fahne etwas Unmögliches versucht wird und Unklarheiten entstehen müssen. Weil das Geschriebene kopiert werden kann, wirkt es so oft wie es kopiert wurde. Nun kann das einfache Geschriebene bis hin zum zusammengesetzten Geschriebenen gedacht werden. Es kann von Punkten über Buchstaben zu Wörtern, Sätzen, Texten, ganzen Büchern gehen. Die Fragen stellen sich, wie die Kleinsachen oder die zusammengesetzten Sachen wirken, unabhängig davon ob sie mündlich, schriftlich oder sonstwie vorliegen. Zudem stellt sich die Frage, wie das Lernen vor sich geht. Im einfachsten Fall werden Vokale gelernt, gehört, gelesen, geschrieben. Sowohl das Hören wie auch das Sehen können als neutral angesehen werden, hier werden Bindungen gelernt, oft von einer Ebene zu einer anderen oder innerhalb von einer Ebene. So gesehen kann sogar Gesprochenes so wie Geschriebenes angesehen werden, das eine ist gefestigt, das andere ist in den Raum hinein geschrieben/gesprochen. Ein Vokal ist als Geschriebenes kein Zeichen für etwas, und ein gesprochener Vokal auch nicht. So gesehen werden zwei neutrale Geschriebene verbunden. Weder das gesprochene Vokal ist Zeichen noch das geschriebene im Sinne der Gemeinsprache. Nur sind beides Zeichnungen, einmal auf Papier, ein andermal in die Luft hinein, und auch in die Person hinein. Was in der Person geschieht, braucht nicht gedacht zu werden. Das assoziative Lernen geschieht mit Wörtern, die selbst als Schreibungen angesehen werden sollen. Sobald jedoch Sachen mit Wörtern assoziiert werden, wirken sie zusätzlich, anders, in beide Richtungen. Sätze sind "höher", und umgekehrt die Sachen dazu. Vorgreifend können schon bekannte Sachen hier geschrieben werden: Die Menge der Schreibungen könnte in einer Ebene gedacht werden, die Sachen, die wirken, so dass die Schreibungen entstehen, in einer anderen. Die Ebenen wären allerdings nur Vaihingerfiktionen. Mit Wörtern wie "Real" wird eine Ebene nur betont, denn beide Ebenen sind vorhanden und damit "real". Zudem kann auch die Ebene des Planes und der Planungen als Sache gedacht werden, und die daraus zeitlich folgende als Schreibung. Gemeinsprachlich wird dann gesagt: "Der Plan wird realisiert.", wenn gedacht werden soll, der Plan in der Schreibung, also in der konstruierten Sache vorhanden. Hier jedoch wird dann das Realisierte als Schreibung angesehen, und der Plan als Sache. So gibt es Personen, die sobald sie eine vorhandene Sache sehen, denken, dass dieser ein Plan vorausgeht, und eine Person, die diesen Plan wiederum vorzeichnete. Einige Mathematiker verallgemeinern dies, und denken, dass "die Mathematik" als Plan vor den Sachen ist, war oder weitaus wichtiger als die Sachen ist. Als Nachweis finden sie dann bei jeder Sache Ansatzpunkte, mit denen sie berechnen können, und sie beginnen dann zu rechnen. Das Denken in verschiedenen Ebenen kann bei einer Person beginnen, wenn sie genügend Assoziationen zwischen den zwei Ebenen erlernt hat. Die Rückwirkung von der Ebene der Schreibung in ihr auf die Sachebene kann beginnen, und die neue Ebene kann selbständig werden, ohne Zuhilfenahme der unterstützenden vorliegenden Sachen. Ein Beispiel: Personen gehen mit ihrem Selbstbild einher, das geschrieben werden könnte, also als Schreibung angesehen werden kann. Sie können störende Einflüsse auf dieses mit Ausreden ändern und erweitern. Dieser Text macht aus der Ebene der Schreibungen eine einzigartige, und in der Folge aus allen möglichen Ebenen, im Sinne des Wortes des Duns Scotus: "Haecceitas". Jedenfalls stellt sich die Frage, ob es hier darum geht oder nicht. Zudem scheint der Text eine messerscharfe Trennung zwischen zwei Ebenen im Sinne des Wilhelm von Ockham herzustellen. Auch an den Dialog des Platon "Kratylos" ist hier zu denken, in dem die Trennung auch klar dargestellt wurde. Dort wurde die Sachebene als diejenige angesehen, die als Primat zu erleben sei, und nicht die Schreibungsebene. Es kann auch gewagt werden, zu schreiben, dass das Wissen aus diesem Text von vielen auch guten Denkern und Praktikern zeitweise praktiziert wird, und zeitweise überhaupt nicht. |