Gibt es Begriffe?
Von wo her kommt das Interesse, nach einem Wort auch die Sache dazu zu denken? Einige vereinfachen sich diese Antwort. Schopenhauer schrieb in etwa: "Die Leute beten gerne, dann fehlt noch die Instanz, zu der sie hin beten." Das kann der Fall bei jedem Wort sein. Der eine versteht etwas, der andere nicht, also gibt es einen Verstand, der andere fühlt, also gibt es Gefühle.
Nun gibt es einzelne Worteinfälle, etwa das Wort "Spunk", das eine Person hatte. Nun machte sie sich auf die Suche nach der Sache zu diesem Wort. Gegenüber diesen Einfällen gibt es solche, die in aller Munde sind, danach bekommt die Sache als Ganzes einen Namen: sozial, und irgendwann kam das Wort Sozialismus, und bald danach das Wort Kapitalismus. Also findet sich irgendwann ein Gegenstück. Mit Hilfe der Wörter kann "jeder" sich darunter etwas vorstellen. Dann gibt es noch Wörter, die im Zusammenhang mit anderen Wörtern, die so oder in einer Gemeinschaft gefunden wurden, und deswegen auch etwa zu denken geben. So kommt zur Bet-Instanz noch die Heiligkeit dazu, und Schöpfungsgeschichten, Engel und Teufel. Irgendwann können die so denkenden Personen der Wörter satt werden oder sie hinterfragen. So können sie sagen: "Es gibt den Teufel nicht." Besonders Schlaue sagen dann "Es gibt ihn und es gibt ihn nicht." Hier machen die Vertreter der Sprache oft einen Schlussstrich: "Ihr dürft jetzt nicht fragen, ob es den Teufel gibt oder nicht, das ist Unsinn." Das Gegenteilige, also die zwei Möglichkeiten bleiben. Warum hat Kant nicht gefragt, ob es den Teufel gibt? Ganz einfach, weil er ein anderes Wort lieber nutzte, und vielleicht sogar den anderen voraus war, und den Schlussstrich schon kannte. Eine Sache kann auch unter den Tisch gekehrt werden, das Böse kann als Mangel des Guten gedacht werden.
Es folgen drei Absätze im Ich-Stil.
Am Schluss kommt noch ein Tüpfelchen auf den bekannten Buchstaben, und schon soll ich denken, dass es Begriffe gibt. Oder eben leugnen, dass es sie gibt. Oder als Dummkopf wie ich einer bin, kann ich sagen: "Es gibt sie und es gibt sie nicht"? Ich würde dann niemals sagen dürfen: "Es hatte keinen Sinn, mich auf Suche nach dem zu begeben, das mit dem Wort gedacht werden soll." Ich sollte mich also in die Fußstapfen eines Immanuel Kant stecken, und später in die eines Kurt Gödel. Das weise ich dankend ab.
So siehst du, dass ich die Frage nicht einmal beginnen kann, die Antwort nicht einmal suchen kann, weil die Frage sich bei jedem Wort stellt, bei einigen gibt es Gegenstücke, bei den restlichen gibt es nur die obige Antwort, und den ungenauen Gebrauch der Wörter. Das Wort "ungenau" ist als Hinweis auf etwas zu denken, das nicht, oder noch nicht bestimmt ist. Im Sinne von Rudolf v. Carnap, der "seine" komparativen Begriffe als Vorstufe der guten Begriffe ansah. Diese können wiederum genau gedacht werden, siehe hierzu Carnap. Die komparativen Begriffe kann ich ungenau benutzen, dabei brauche ich nicht zu fragen, ob es Sachen gibt, die diese zu denken geben. Ich kann auf die Frage nach der Sache, die gedacht werden soll, nicht einmal antworten: "Die Frage ist sinnlos." Analog zu diesem Denken sind Sätze von Personen zu denken, die sich nicht als Atheisten bezeichnen wollen, zusätzlich nicht einmal als Agnostiker. So gedacht gibt es nicht nur das Dritte, sondern auch das Vierte.
Das Vierte wird übrigens oft praktiziert. Ganz allgemein ergibt der Vergleich der Wörter-Korpora von Personen, gemäß dem jede Person ihren Wörterkorpus hat. Die Wichtigkeit eines Wortes für eine Person kann aus der Betonung in Sätzen gedacht werden, das ist bekannt. Bekannt ist auch, dass die Wichtigkeit meist mit der Worthäufigkeit korreliert, egal ob in Bezug auf einen persönlichen oder gemeinschaftlichen Korpus.
Die Frage stellt sich, warum Wörter, mit denen etwas Bestimmtes gedacht werden soll, so beliebt sind. Es gibt gute Vorsachen und gute Nachsachen hierfür. Diese können aufgelistet werden. Die Existenz eines Wortes kann nicht geleugnet werden, sobald es da ist. Die Existenz einer Sache zum Wort kann jedoch mit dem Nutzen des Wortes betont oder geleugnet werden. Streitende Parteien entstehen mit Begriffen, nicht mit Wörtern. Es kann ein Buch geschrieben werden, in dem der Text ständig um ein betontes Wort kreist. So etwa im Buch "Kritik der reinen Vernunft". Schon das Wort "Begriff" hat im Deutschen die Betonung auf das Greifen. Mit ihm denken die Nutzer des Wortes implizit, ohne es zu merken, dass sie auf die Geschehnisse zugreifen können, und in die Geschehnisse eingreifen können, was dennoch nicht immer der Fall ist. Wenn zum Wort "Gott" oder "Begriff" eine entsprechende Sache gedacht wird, denkt die Person implizit, dass sie mit dem Denken der entsprechenden Sache irgendwie in Verbindung mit der Sache sein kann. Viele haben den Drang, Selbstbezeichnungen und Fremdbezeichnungen zu nutzen, hier ist dieser Aspekt bearbeitet:
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Als in den Personen vorhanden können Begriffe beschrieben werden, und sie wirken von dort her, insbesondere wenn sie von vielen Personen, also in Gruppen von Personen ähnlich benutzt werden. Es ist hierbei nicht erforderlich, dass die Personen dieselbe Sache denken, es genügt eine ähnliche.
Analogie zwischen dem begriffslosen Denken und der linguistischen Wende Es ist unklar, wann die linguistische Wende stattfand. Das Doppelwort gibt einen Zeitpunkt zu denken, den es nicht gab. Es kursieren viele völlig verschiedene Zugangsweisen zu dieser Wende. Sollte es diese linguistische Wende geben, müsste auch von einer Sigmund-Freud-Wende esprochen werden, und zusätzlich von einer konstruktivistischen Wende, speziell in Bezug auf auf Jean Piaget. Auch das begriffslose Denken kann nicht als Wende gedacht werden, weil es schon seit jeher praktiziert wird, wenn auch sehr selten im Vergleich zum begrifflichen. Es ist dort, wo eine Person ein Wort nicht mehr in ihrem Sprachgebrauch hat. Zur obigen Beschreibung eine Tabelle, vorne die Nummer der jeweiligen Phase 1. Wort und Begriff Das Wort wird wie selbstverständlich benutzt, weil mit ihm etwas gedacht werden kann. 2. Wort und Leugnung des Begriffs. Die Person verneint die Existenz dessen, was gedacht werden soll. 3. Wort und Agnostie: Die Person sagt ihre Unkenntnis zur Existenz dessen, was gedacht werden soll, aus. (Agnostie als Neologismus, es geht schließlich nicht um ein Vertreten "des Agnostizismus") 4. Die Person nutzt das Wort nicht, weil sie ohne es auskommt. Analogie zu Wilhelm von Ockham: Er wollte ja die einfachste Theorie der komplizierten vorziehen, wobei hier nicht einmal die einfachste Theorie vorliegt, und die Wörter nur versuchsweise nutzbar sind. Sie mögen ungenau eine Ahnung geben, über was gesprochen wird, mehr nicht. Ungenau bleiben sie nutzbar. Oft um auf etwas, das nur unklar vom Sprecher und vom Zuhörer gedacht wird.
Hieraus folgt, wenn auch ungenau, dass die linguistische Wende auch naiv-realistisch bei der Sprache anfängt, dh. dass Sprache als Begriff gedacht werden soll. So gesehen annulliert sich die linguistische Wende: Mit ihr genügt der naive Zugang nicht, versucht wird dieser naive Zugang zu dem, was mit dem Wort "Sprache" gedacht werden soll. Sie tut also so wie der naiv-realistisch Denkende, nur überwiegend in Bezug auf "die Sprache". Und dieser Zugang ist nicht zu denken mit dem Zugang mit Hilfe eines hermeneutischen Zirkels, den eine Person haben kann, im Sinne von subjektiv. Dieser Zugang kann für die Person sinnvoll sein. Statt Sprache kann das Wort Kontext dieses vorhin ersetzen, es ist und bleibt jedoch derselbe Brei.
Geschichte und begriffliches / begriffsloses Denken Es ist interessant, den Werdegang der Wörter zu verfolgen, im fortschreitenden Leben einer Person. Es gibt den Moment für jedes Wort, zu dem sie das Wort zuerst hörte. Am Lebensanfang ist noch nicht davon auszugehen, dass die Person, hier das Kind, die Sache zuerst denkt, und dann ihm ein Wort zuordnet. Das kann später der Fall sein. So geht es um die Frage, die zu stellen ist, wann und wie die Person zuerst die Verbindung des Wortes mit der Sache zuerst gesagt bekam. Auch im Erwachsenenalter gibt es dieses Vorgehen noch. Das Leben einer Person könnte in Bezug auf die vier oben genannten Phasen und in Bezug auf jedes Wort, das sie nutzt oder nutzte beschrieben werden, obwohl das eine Riesenaufgabe wäre. Ein Anfang kann jedoch gemacht werden. |